Peter Weibel

The Origin of Noise – The Noise of the Origin

(Uraufführung)
Ein 3D-Rausch-Konzert
Seit Neuestem wissen wir, dass das Rauschen (Noise) des Fernsehbildschirms teilweise aus kosmischer Hintergrundstrahlung besteht. Nicht Keplers Sphärenharmonie, nicht der Sphärenklang bildet die Musik des Weltalls, sondern das Rauschen.

Vor der Erfindung der Musik aus dem Geiste der Mathematik in der Antike, gab es also das Rauschen. Wenn das Licht, das uns seit Jahrmilliarden auf seiner Reise aus dem Big Bang, aus dem Ursprung des Kosmos, mit Information beliefert bzw. unsere einzige Informationsquelle ist, so ist das Rauschen nicht das Ende des Klangspektrums, sondern dessen Anfang. Das primäre musikalische Material ist der Lärm. Aber Rauschen ist nicht nur ein akustisches Phänomen, sondern auch ein visuelles, beispielsweise das Rauschen des TV-Schirms. Das Rauschen entsteht aber nicht nur durch Gegenstände, sondern auch durch den Menschen, den Beobachter. Rauschen ist ein interaktives Phänomen zwischen Material und Mensch, zwischen Welt und Mensch. Deswegen kann der Beobachter, der Konzertbesucher mit 3D-Brillen auch sehen, wie das Rauschen sich im Raum formt. Virtuelle Rausch-Muster bewegen sich durch den Raum im Rhythmus. Fluten von Daten, Zahlen und Zeichen erzeugen akustisches Rauschen und akustisches Rauschen erzeugt visuelle Muster des Rauschens. Eingebettet in ein Hardcore-Universum des Rauschens als Klimax der Techno-Musik erfährt der Hörer eine neue Lektion der Bewusstseinserweiterung. Stimulation statt Simulation. Im digitalen Zeitalter sind wir alle nur Partikel im Datenmeer, Datenträger und Datenjäger. Wir sind selber Daten des Datenrausches. Im analogen Zeitalter erzeugt das Klavier Klaviergeräusche, das Schlagzeug Trommelgeräusche usw. Im digitalen Zeitalter kann jeder Gegenstand, auch Musikinstrumente, jeden Klang erzeugen. Neu geschaffene Instrumente wie alltägliche Gegenstände bilden ein neues Set der Klangerzeugung bzw. der Erzeugung von neuen Klängen. Diese neuen Klänge werden aber auch vom Publikum mittels digitaler Technologien erzeugt. Die Partizipation des Publikums mischt die Klangdaten neu (auf). Heavy Metal Rock, Industrial Noise und Techno-Music waren nur der kommerzielle, gezähmte Impuls für den Eintritt in eine neue Ära des „organisierten Tons“ (Varèse). Das Rauschen ist der eigentliche Hammer Gottes.
Text: Peter Weibel

Mitwirkende: Peter Weibel und Ludger Brümmer, Götz Dipper, Manfred Hauffen, Bernd Lintermann, Nikolaus Völzow, Manuel Weber, Akemi Takeya, Hartmut Bruckner

Eine Koproduktion von donaufestival und ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe.

http://www.peter-weibel.at
http://www.zkm.de


25. April

Donnerstag close
Zeit Artist Location
10:00 Tino Sehgal Kunsthalle Krems
10:00 Tillman Kaiser Atelier Kunstmeile Krems
10:00 Große Gefühle Kunsthalle Krems
11:00 Ursula Scherrer & Shelley Hirsch Klangraum Krems Kapitelsaal
14:00 Saint Genet Forum Frohner
15:00 Corinna Schnitt Galerie Stadtpark
15:30 Hans Peter Litscher Parkhotel
17:00 Carlos Amorales mit Klangforum Wien Kunsthalle - Zentrale Halle
17:30 Carlos Amorales mit Klangforum Wien Kunsthalle - Zentrale Halle
18:00 Hans Peter Litscher Parkhotel
18:00 Saint Genet Forum Frohner
18:30 Carlos Amorales mit Klangforum Wien Kunsthalle - Zentrale Halle
19:00 Bella Angora Halle 3
19:00 Fran Ilich / Diego de la Vega Parkhotel
19:00 new-territories / François Roche, Camille Lacadée ([eIf/b t/c]) / mit Carsten Höller Messegelände
19:00 Peter Weibel Klangraum Krems Minoritenkirche
20:30 Hans Peter Litscher Parkhotel
20:30 Kasper T. Toeplitz / Jonathan Schatz Halle 2
21:00 The Bastards of Fate Stadtsaal
22:00 Buke and Gase Halle 2
23:00 Skweee Club #1 Halle 3
23:00 Beak> Stadtsaal
00:00 Zs Halle 2
00:30 Michael Rother Stadtsaal

Klangraum Krems Minoritenkirche

  • Do 25. April 19:00
>> buy ticket >> tell a friend >> share