Tino Sehgal

25.–27.4. 10.00-20.00

„Was Du gesehen hast, verrate es nicht; bleib in dem Bild.“*

Tino Sehgals Arbeiten umwittert das Gerücht.  Wobei deren Immaterialität und Nicht-Fassbarkeit  auch Exklusivität implizieren, denn nur wer das  Ereignis eines seiner Stücke, einer Intervention  oder ‚Situation’, tatsächlich erlebt hat, wer  körperlich anwesend war, ist im wahrsten Sinne  des Wortes im Bilde. Nichts wird im Vorfeld über  das geplante Ereignis in der Kunsthalle Krems  verraten außer Ort und Zeit der Handlung, doch  selbst diese Angaben halten sich im Rahmen  des regulären Ausstellungsbetriebs diffus, ohne  konkreten Beginn und Ende, ohne Bühne, ohne  Versammlungsort und –zeit für ein Publikum,  das es in dem Sinne gar nicht gibt. Tino Sehgals  Interventionen begegnen uns weder als Teil eines  Zuschauerkollektivs noch auf getrennten räumlichen  Levels, sondern unmittelbar und subjektiv.  Über die Tage werden sich in dem institutionell-  musealen Setting ‚Situationen’ ereignen, die  sich vielleicht auf den ersten Blick nur geringfügig  vom ‚normalen‘ Museumsalltag unterscheiden.  Doch Sehgals Aktionen sind intrusiv, sie bringen  eine Unruhe, ein Staunen hervor, eine Schärfung  der Wahrnehmung derer, die anwesend sind, die  Teil haben an einer unwiederbringlichen Situation.  Bei aller vermeintlichen Unbestimmtheit sind die  Regeln von Sehgals Inszenierungen stringent gesetzt  und bewegen sich innerhalb der Parameter  und Koordinaten seines Interessens- und Studienfeldes  zwischen Tanz, Kunst und Ökonomie. Im  Kontext der zeitgenössischen Kunstproduktion, in  einer Welt, die von Produktion und Visualisierung  lebt, generiert der Künstler einen Mangel und verweigert  sich im Geiste der Nachhaltigkeitsdebatte  der Anhäufung von Produkten – auch Kunstprodukten  – konsequent. In diesem Sinne verspricht  auch diese neue Arbeit in der Kunsthalle Krems  als ephemere, raumzeitliche Intervention eine  Verschiebung der objektzentrierten Aufmerksamkeitsökonomie  des musealen Betriebs zu einem  dialogischen Geschehen, das die BesucherInnen  involviert.  

*Aus den Sprüchen des Orakels von Dodona, in: Peter Handke, Die Stunde da wir nichts voneinander wussten, Frankfurt, 1992, S. 6.

Text: Alexandra Hennig

Eine Kooperation von donaufestival und Kunsthalle Krems.

Mit freundlicher Unterstützung duch die Fondazione Sandretto Re Rebaudengo.

http://en.wikipedia.org/wiki/Tino_Sehgal
http://www.kunsthalle.at

25. April

Donnerstag close
Zeit Artist Location
10:00 Tino Sehgal Kunsthalle Krems
10:00 Tillman Kaiser Atelier Kunstmeile Krems
10:00 Große Gefühle Kunsthalle Krems
11:00 Ursula Scherrer & Shelley Hirsch Klangraum Krems Kapitelsaal
14:00 Saint Genet Forum Frohner
15:00 Corinna Schnitt Galerie Stadtpark
15:30 Hans Peter Litscher Parkhotel
17:00 Carlos Amorales mit Klangforum Wien Kunsthalle - Zentrale Halle
17:30 Carlos Amorales mit Klangforum Wien Kunsthalle - Zentrale Halle
18:00 Hans Peter Litscher Parkhotel
18:00 Saint Genet Forum Frohner
18:30 Carlos Amorales mit Klangforum Wien Kunsthalle - Zentrale Halle
19:00 Bella Angora Halle 3
19:00 Fran Ilich / Diego de la Vega Parkhotel
19:00 new-territories / François Roche, Camille Lacadée ([eIf/b t/c]) / mit Carsten Höller Messegelände
19:00 Peter Weibel Klangraum Krems Minoritenkirche
20:30 Hans Peter Litscher Parkhotel
20:30 Kasper T. Toeplitz / Jonathan Schatz Halle 2
21:00 The Bastards of Fate Stadtsaal
22:00 Buke and Gase Halle 2
23:00 Skweee Club #1 Halle 3
23:00 Beak> Stadtsaal
00:00 Zs Halle 2
00:30 Michael Rother Stadtsaal

Kunsthalle Krems

  • Do 25. April 10:00
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