The Great Big Togetherness

The Great Big Togetherness
What is it that we can do together that we can’t do alone?
(Jared Gradinger)

Als Performance-Macher und Kurator beschäftige ich mich mit dem ekstatischen, neo-expressiven, hypersensiblen, aktionistischen Körper; zudem initiiere ich partizipatorische Gruppenprozesse, in denen Spiel, Massentanz, Tantra, Rituale, unbewusst improvisierte Chöre und körper-maschinenhafte Ansammlungen involviert sind. In der Arbeit mit Performance und mit dem Schaffen von Erfahrungsräumen strebe ich nach einer transzendenten Vereinigung des Kollektivs. Doch Ekstase ist eine komplizierte Angelegenheit  Solche Arbeiten können entweder das Bewusstsein für herrschaftliche Machtmechanismen schärfen, oder aber Unterwerfungsdynamiken noch verstärken, indem vorgegeben wird, dass die Arbeit sich im besten Falle das Publikum zunutze macht.

Diese Überlegungen bringen mich dazu, partizipatorische Performances weiterhin zu hinterfragen, gerade weil ich immer noch stark daran glaube, dass diese Art der Zusammengehörigkeit sehr wichtig und auch absolut machbar ist. Mögliche Lösungsansätze liegen in Emergenz, Mediation, Aktivierung, Verführung, Suggestion, Fiktion, Friktion, Risiko, etwas gemeinsam nicht wissen, spontanem Massentanz und im Dienen. In diesen Performances geht es nicht darum, „Codes von Beziehungssystemen in etwas Netteres umzuwandeln“ (Bishop). Nett ist OK. Aber wir wollen etwas Tiefergehendes, etwas, das infrage stellt, was aus uns wird, wenn wir zusammen sind, ob sich das nun nett anfühlt oder nicht. But if it feels nice, fuck it!  “Lets all cum at the same time” –Liz Rosenfeld! The Great Big Togetherness ist Ausdruck meiner Faszination für die spannungsgeladenen, fragilen Politiken der Zusammengehörigkeit. Eine große Sache, denn möglicherweise ist sie unmöglich.
 
Liz Rosenfeld und Carlos Maria Romero untersuchen, inwiefern die aufgeladene Präsenz des andersartigen erotischen Körpers engere Verbindungen zwischen dem Publikum und den/der PerformerIn schafft. Together Forever mit Jeremy Wade, Liz Rosenfeld und Igor Koruga imaginieren einen zukünftigen kollektiven Körper durch das Konstrukt der Heirat. AA Bronson erschafft ein Zelt-Refugium für das Hypersensible, in dem Intimität und Magie  wechselseitig übertragen werden können. Meg Stuart präsentiert ein Werk aus einer Stunde Lachen als Vorstufe zu einem gewaltigen sozialen Ornament. Keith Hennessy predigt und lehrt uns „action queering ritual“ und unsere kollektive Abstammung. Und schließlich beehrt uns die Grenzerfahrung Protektorama mit ihrer Anwesenheit, Johannes Paul Raethers Smart-Phone-Schamanenpriesterin, die uns gemeinsam in ein mythisches und technologisches Gespinst verwebt.

Diese sieben Vorschläge sind nicht endgültig, sondern existieren in verschiedenen Reifestadien. Das Ergebnis ist offen. Es hängt ganz von Ihnen ab. Und mir. Auf jeden Fall UNS! „What is it that we can do together that we can’t do alone.”
Text: Jeremy Wade

Datum

OrtArtist

25.04.

Forum Frohner

Liz Rosenfeld

26.04. Forum Frohner Carlos Maria Romero & Guillaume Marie
26.04. Forum Frohner Jeremy Wade, Liz Rosenfeld, Igor Koruga
30.04.-03.05. funkundküste AA Bronson
02.05. Kunsthalle Johannes Paul Raether
03.05. Kunsthalle Meg Stuart
03.05. Kino im Kesselhaus Keith Hennessy