Weitere Programmpunkte / Tages-Pässe ab sofort erhältlich

 

Anders als Jetzt? Das donaufestival 2018 stellt an zwei langen Wochenenden sechs Tagesprogrammpakete zusammen, die dazu einladen, außergewöhnliche Erfahrungen zu machen.

Einige Highlights aus dem üppigen Performance- und Musik-Programm finden Sie nun bereits Tageweise aufgelistet. Das Gesamtprogramm ist ab 8. März dann online.

 

TAG 1 | 27. April

Die synthetisch modulierte Stimme von Laurel Halo navigiert zwischen Dub, Broken Beats, House, R'n'B und Jazz und formt daraus einen Hi-Tech-Pop aus der Zukunft. Das Metal meets Breakbeats-Überfallskommando Lightning Bolt spielt seit einem Vierteljahrhundert die irrste und exzessivste Musik, die man sich vorstellen kann. Die Hordenmusik des Postrockgütesiegels Godspeed You! Black Emperor türmt wogende Gitarren und flirrende Streicher zu elegischen, orchestralen Stücken auf.

Das Performancekollektiv The Agency (27.+28.4.) lockt in Medusa Bionic Rise das Publikum in ein Trainingscamp, in dem eine missionarische Fitness-Sekte mit einem Hang zu futuristischen Manifesten den Menschen neu designt.

 

TAG 2 | 28. April

Orson Hentschel entfremdet und zerhäckselt seine Klangquellen und formt daraus repetitive Kürzel, die mit Elementen aus Glitch und Trip Hop versetzt werden. Bei ZONAL feat. Moor Mother trifft der knirschende und klagende „Slave Punk“ der Sängerin und Musikerin Moor Mother auf die druckvollen Lärmschlieren, die die Industrial- und Dub-Pionieren Justin Broadrick und Kevin Martin gemeinsam unter dem Namen ZONAL produzieren. Der Sci-Fi R'n'B von MHYSA konfrontiert alienartige Acapella-Vocals mit aggressivem Post-Club-Sound, exzentrischem Ballroom und hyper-ästhetisiertem Soul. Der eklektizistische Dj und Produzent Lotic verbindet zersplitterten Avantgarde-R’n’B mit dahinstolpernden Beats aus Footwork und Trap; dazu erschallen Fragmente von Chören, die György Ligeti komponiert haben könnte, aber auch unwiderstehliche Popmelodien.

Das Performance- und Tanzensemble Liquid Loft (28.+29.4.) inszeniert seine Liturgie der Church of Ignorance als faszinierende Kippbildchoreografie zwischen Nähe und Fremdheit, die von einem Esperanto der Körpersprache und einem gleichzeitigen babylonischen Sprachengewirr gekennzeichnet ist.

 

TAG 3 | 29. April

Die langjährige Straßenmusikerin Susan Dietrich Schneider betreibt als The Space Lady nach eigenen Angaben primitiven Futurismus - inklusive Astronautenhelm und betörenden Coverversionen. Der nicht nur in seinen Verbildlichungen zum Horrorgenre tendierende, pulsierende Ambienttechno von Demdike Stare wird live visuell von Michael England unterstützt. Die Todesmetal-Supergroup Gravetemple verbindet die Doom-Gitarre von Drone-Papst Steven O'Malley mit den Drums von Oren Ambarchi und der Gurgel-Stimme des Unterwelt-Priesters Attila Csihar. EX EYE, eine Band rund um den Saxophonisten Colin Stetson und den Schlagzeuger Greg Fox, entwickelt live ein gewaltiges Donnergrollen voller Dynamik und Intensität.

 

TAG 4 | 4. Mai

Amnesia Scanner verdichten, zersplittern, verfremden und beschleunigen Soundpartikel, die von Menschen und Maschinen gleichermaßen stammen können. Das glamouröse Performanceduo FAKA verbindet die südafrikanische House-Variante Gqom mit archaischen Gospelgesängen und polymorph perversem Hochgeschwindigkeits-Rap. Der Ex-Techno-DJ James Holden folgt mit seinem aktuellen Ensemble The Animal Spirits den Spielweisen des spirituellen Jazz der Siebzigerjahren ebenso wie der marokkanischen Gnawa Tradition und komponiert so psychedelische Trips in ein endloses Jetzt.

Basierend auf dem Script zum Video Re’Search Wait’S von Ryan Trecartin inszeniert Felix Rothenhäusler (4.+5.5.) das Theaterstück The Re’Search, in dem überdrehte junge Selbstdarsteller auf Speed mit ihrem Influencer-Kauderwelsch aus den asozialen Netzwerken das Abendland kaputtquasseln.

#followmetoo, #fundmetoo, #likemetoo: Barbis Ruder (4.+5.5.) präsentiert die Ergebnisse ihrer Hashtags, die einer beliebigen Performance mit den meistmöglichen Likes den Weg weisen sollen.

 

TAG 5 | 5. Mai

Die in der Postpunk-Szene Kairos sozialisierte Sängerin Nadah El Shazly verfugt Improvisation, Elektronik und arabische Traditionen zu schwebenden, wie aus der Zeit gefallenen Songs. Die auf zerklüftetes, harsches Sounddesign spezialisierte Elektronikerin Pan Daijing präsentiert Fist Piece, eine Performance mit der Filmemacherin Ekaterina Reinbold und der Sopranistin Yanwan Xiang. Der als Ash Ra Temple zur Krautrockikone gewordene Manuel Göttsching spielt seinen legendären einstündigen Prototechno-Track „E2-E4“ von 1984. Der Industrial-Techno-Labelbetreiber Ali Wells lässt als Perc stampfende Bässe auf düstere Synthieschlieren, scheppernde Hi-Hats und atonale Klaviereinspielungen prallen.

Trophée von Rudi van der Merwe (5.+6.5.) beginnt als Wahrnehmungsstudie am Ende eines rund 300 Meter langen Felds im Schlosspark von Grafenegg und formiert sich bald zu einem choreographierten Kreuzzug, der gegen das Publikum vorrückt. 

 

TAG 6 | 6. Mai

Der letzte Sonntagnachmittag des donaufestivals lädt zu einer Dehnungsübung ein. Im Rahmen der achtstündigen Formats as waves go by geben sich diverse Musikerinnen den Stecker in die Hand: ein Wogen und Dröhnen im Fluss der Veränderung.

Zusätzlich zu as waves go by beschwört die dunkle Grabesstimme von Haley Fohr alias Circuit des Yeux das Erbe von Nico, Nick Drake und Scott Walker, die Musik der Multiinstrumentalistin verschmilzt Folk, Blues, minimalistische Komposition und experimentelles Songwriting. Die verwehten Songs von Molly Nilsson bewegen sich zwischen Synth-Wave und New-Romantic-Balladen. Die erhabenen Lärmepen von Big|Brave baden ihr Publikum in zähem Bass-Schlick und lassen darüber glühende Feedbacks erblühen. Kinderliedgesänge, Breaks und nochmals Breaks: Deerhoof spielen eine wahrhaft freie Free-Jazz-Variante von Rock’n’Roll.

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PERMANENT

Die Multimedia-Installation Premise Place (edit 1) von Ryan Trecartin und Lizzie Fitch wirkt wie ein brachialer Mix aus YouTube-Schminktutorials und Trash-TV-Castingshows, in dem eine hyperkonsumistische Subkultur jenseits aller ethnischen oder sexuellen Fixierungen das Drama des Narzissmus zwischen Größenwahn und Kollaps aufführt.

 

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